Aikido-Lehrgang mit Gudrun Bratu in Rüsselsheim – Rodgauer Judo-Club ist Mitveranstalter
Wenn sich am 7. und 8. November in der Rüsselsheimer Großsporthalle Menschen jeden Alters, jeder Größe und jeden Gewichts gegenseitig auf die Matte werfen oder mit Hebeltechniken kontrollieren, geht es nicht um Sieg oder Niederlage. Die Aikido-Abteilung des 1. Judo-Clubs Nieder-Roden/Rodgau veranstaltet gemeinsam mit ihren Partnervereinen aus Pirmasens, Bad Kreuznach, Mainz und Rüsselsheim einen Wochenend-Lehrgang mit Gudrun Bratu (4. Dan) aus München. Erwartet werden Aikidoka aus der Region und von weiter her – und alle, die einen Einblick in diese Kampfkunst gewinnen möchten.
Anders als in den meisten Kampfsportarten stellt man sich im Aikido einem Angriff nicht direkt entgegen. Man weicht aus, nimmt die Bewegung des Angreifers auf und lenkt sie in kreis- und spiralförmigen Bahnen um – bis er zu Boden geht oder mit einem Haltegriff unter Kontrolle ist. Ziel ist nicht, robuster, schneller, härter oder aggressiver zu sein als das Gegenüber, sondern dessen Impuls aufzugreifen, umzulenken und so den Konflikt zu beenden. Für Zuschauer wirkt das oft eher wie ein Tanz als wie eine Kampfkunst.
Aikido ist eine moderne japanische Kampfkunst. Morihei Ueshiba (1883–1969) entwickelte sie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus älteren Kampfkünsten der Samurai – ähnlich wie Jigoro Kano einige Jahrzehnte zuvor das Judo. Neben Wurf- und Hebeltechniken werden auch Waffentechniken geübt: mit dem Holzschwert (Bokken) und dem Holzstab (Jo).
Es kommt auf Technik, Timing und Haltung an. Geübt wird meist zu zweit und im Wechsel: Einer greift an, der andere führt die Technik aus, dann werden die Rollen getauscht. Wer angreift, lernt dabei, sicher zu fallen und abzurollen – eine Fähigkeit, die auch im Alltag nützt. Weil Kraft, Gewicht und Größe für das Gelingen einer Technik nur eine geringe Rolle spielen, trainieren Frauen und Männer, Jugendliche und Ältere, Kräftige und Zierliche gemeinsam.
Wettkämpfe, Pokale und Siegertreppchen gibt es im Aikido nicht. Lehrgänge sind deshalb das wichtigste Format, um mit Aikidoka sowie Trainerinnen und Trainern anderer Vereine im Austausch zu bleiben und sich weiterzuentwickeln. Gastlehrerinnen und -lehrer bringen eine andere Sicht auf vertraute Techniken mit, und die Teilnehmenden lernen voneinander. In diesem Geist steht auch der Lehrgang mit Gudrun Bratu.
Wer Aikido selbst ausprobieren möchte: Die Aikidoka des 1. Judo-Clubs Nieder-Roden/Rodgau trainieren dienstags um 19.30 Uhr in der Sporthalle Nieder-Roden und freitags um 19 Uhr in der Sporthalle Hainhausen. Interessenten, Neugierige oder Ausprobierwillige sind jederzeit willkommen.


